MitarbeiterInnen des Hospizdienstes Reinbek

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen etwas näher bringen.

Hauptamtliche MitarbeiterInnen

Susanne R. - Hospizdienst Reinbek

Susanne Ritter

Hauptamtliche Koordinatorin und Palliativpflegefachkraft

"Durch meine Arbeit als Krankenschwester auf der Intensivstation eines Krankenhauses habe ich viele Menschen sterben gesehen – nicht immer würdevoll. Todesfälle im familiären Bereich haben mir das Thema Sterben und Tod nähergebracht. Als die Stelle der Koordinatorin vakant war, war es der für mich bestimmte Weg, meine Kraft für diese Aufgabe einzusetzen.

Die Organisation der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und deren Fortbildung macht mir viel Freude. Die Erstbesuche bei den erkrankten Menschen und ihren Angehörigen sind mit ihren unterschiedlichen Geschichten immer wieder spannend. Die Dankbarkeit der Betroffenen darüber, dass man Zeit für Sie und ihre Sorgen hat, ist sehr groß und deutlich spürbar."

Kerstin G. - Hospizdienst Reinbek

Kerstin Grothe

stellvertretende Koordinatorin, palliative Pflegefachkraft und Pressearbeit

"Seit 2005 ist der Hospizdienst ein Teil meines Lebens. Erst als Begleiterin, als Koordinatorin und nun für viele kleine Aufgaben "nebenbei". Im Team des Trauercafés kann meine Ruhe einfließen, als stellvertretende Koordinatorin wird eher Flexibilität verlangt. In allen Aufgabenbereichen sind vertrauensvolle und unterstützende Gespräche zu führen mein Hauptanliegen."

Die Mitglieder des Vorstandes

Vorstand Hospizdienst Reinbek

Von links Sabine Greiner, Anke Stilkenbäumer (Vorstandsvorsitzende),
Anke Bahr (Kassenwart), Caroline Krauel, Werner Gompf

Anke Stilkenbäumer

Seit 2006 als ehrenamtliche Begleiterin und ab 2009 als Vorsitzende tätig.

"Meine eigenen familiären Erfahrungen wurden von unterschiedlichen Unterstützungen begleitet … Diese Erfahrungen haben mich das Gefühl gelehrt, offen und frei den Menschen gegenüber zu treten. Zeit zu haben, mit dem Sterbenden zu leben! Es ist nicht immer traurig, es gibt auch viel Lustiges und Schönes. Ich wollte diese Lebenszeit mitgestalten. Inzwischen hat es auch etwas Faszinierendes: die eigene Einstellung verändert sich, Facetten werden anders wahrgenommen, Ängste tauchen auf … Ich stelle mir die Frage, was mein eigenes Leben Sinnvolles beinhaltet? Da lerne ich ganz viel von den Sterbenden. Viele trauern Etwas nach, das möchte ich nicht.
Als damals händeringend eine Vorsitzende gesucht wurde, habe ich mich dazu bereiterklärt. Auch diese Arbeit muss gemacht werden, sich verantwortlich fühlen."

Anke Bahr

Seit 2016 als Kassenwart im Vorstand tätig.

"In die eigentliche Hospizarbeit möchte ich nicht eintauchen, aber die Kasse muss ordentlich geführt werden. Vereine haben Auflagen, wie jedes Unternehmen! Sei es die Steuerformalitäten, Buchführung oder Zuschussbeantragungen. Das Wissen um meine lieben Zahlen kann ich zur Verfügung stellen und leiste somit eine sinnvolle Arbeit in dem Großen und Ganzen des Hospizdienstes."

Sabine Greiner

Seit 2002 Mitglied im Hospizverein, erst Begleiterin, dann Vorstandsmitglied.

"Es gibt immer Menschen, die sich engagieren. Das ich bei unserem Verein gelandet bin hängt auch mit meinem Werdegang, mit den familiären Herausforderungen zusammen. Ich habe hier die Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin gemacht und lange als Begleiterin gearbeitet. Die Arbeit, Supervisionen, Gespräche mit Menschen wie Herrn Prof. Ruhrmann und Fortbildungen sind wichtige Bausteine. Nach vielen Jahren bin ich nun aus der aktiven Begleitung raus und „nur noch“ in der Vorstandsarbeit tätig. Diese Treffen mit Gleichgesinnten sind gut und wichtig. Das menschliche Miteinander muss stimmen."

Caroline Krauel

Seit 2017 als Begleiterin und Vorstandmitglied im Verein tätig.

"Mich haben familiäre Erfahrungen geprägt und auch beruflich auf den Weg gebracht. Die Hospizdienstarbeit ist eine schöne Ergänzung zu meiner Praxistätigkeit: eine befriedigende Arbeit und ein erfüllendes Ehrenamt, das einem viel zurückgibt. Für mich ist es wichtig, den das Sterben wieder in das Leben zu holen. Der Tod gehört zum Leben, wie die Geburt. Bei meiner ehrenamtlichen Arbeit bewege ich mich raus aus dem Alltag. Ich lasse mich auf fast schon intime Situationen ein und tauche in eine andere Welt, die des zu Begleitenden, ein. Mitzuhelfen ist eine große Motivation. Man nimmt die vielen verschiedenen Facetten des Lebens wahr und wird demütig und gleichzeitig bereichert. Ich schaue seither anders auf mein eigenes Leben."

Werner Gompf

Seit 2009 als Vorstandsmitglied tätig.

"Seit dem 3. Lebensjahr bin ich helfend durch die Welt gelaufen … In späteren Jahren wurde meine Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden ein Schwerpunkt meiner ärztlichen Tätigkeit.Ich bekomme so viel zurück.
Ausschlaggebend für die Vorstandsarbeit war ein langes Gespräch mit Professor Ruhrmann, damals noch aktiv in der Begleitung und Vorstandsarbeit des Ambulanten Hospizdienstes tätig, welches mich sehr angerührt, von Herzen berührt hat. Ich kann nicht so aktiv sein, wie ich oftmals möchte. Daher bin ich „wenigstens“ hier im Vorstand ein Baustein des Ganzen. Das Zusammenwirken von Menschen, die ähnlich denken und fühlen, bereichert mein Leben!"

Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

Einige unserer ehrenamtlichen SterbebegleiterInnen stellen sich nachfolgend persönlich vor.

Gesa S.  - Hospizdienst Reinbek

Gesa S.

seit 2014 Begleiterin beim AHD

"Jeder von uns stirbt, aber die meisten verdrängen es. Ich habe schon selber in der Familie Erfahrungen mit dem Sterben und dem Tod gemacht, aber ich fühlte mich sehr unsicher in dieser Zeit und wollte mehr über diese letzte Phase im Leben erfahren und wie man mit ihr umgehen kann.

Deshalb habe ich die Ausbildung zur Sterbebegleiterin gemacht. Außerdem wollte ich in meiner Freizeit etwas Sinnvolles tun und so kam ich dazu, Sterbende und ihre Angehörigen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.

Jede neue Begleitung ist immer wieder eine neue Herausforderung. Ich bin jedes Mal gespannt und neugierig was mich erwartet. Meistens haben die Sterbenden, die uns rufen, schon die Phase der Akzeptanz erreicht und sind sehr dankbar für all die Unterstützung die sie erhalten.

Durch die Arbeit habe ich viele sehr unterschiedliche Menschen in Ausnahmesituationen kennengelernt, mit denen ich sonst nie in Kontakt gekommen wäre. Das hat meinen Horizont erweitert.

Und die Arbeit hat mir selbst ein wenig die Angst vor dem Sterben genommen."

Marlies S. - Hospizdienst Reinbek

Marlies S.

seit 2012 Begleiterin beim AHD

"Nach meinen verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten wollte ich mich noch mehr im sozialen Bereich einbringen. Es fiel mir schon immer einfach auf Menschen in schwierigen Situationen einzugehen. Im Ambulanten Hospizdienst Reinbek bin ich nun seit 2 Jahren tätig. Nach meinen ersten Begleitungen kann ich sagen, dass es eine sehr erfüllende sinnvolle Tätigkeit ist, die auch für mich als Begleiter sehr wertvolle Erfahrungen und Impulse birgt."

Jürgen H. - Hospizdienst Reinbek

Jürgen H.

seit 2008 Begleiter beim AHD

"Warum mache ich Hospizarbeit?

Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie beim Spazierengehen mit einem Freund oder einem Familienmitglied beide ohne Absprache stehen geblieben sind, weil das Gesprächsthema das Anhalten erforderlich machte? Anhalten, damit es weiter geht, Innehalten, das ist für mich Begleitung schwerkranker Menschen oder Sterbender. Da wird plötzlich vorher Unbeachtetes wichtig. Bei dieser “letzten Hilfe“ kommt es viel mehr  auf mich an als bei der “Ersten Hilfe“, bei der fast alles vorgeschrieben ist. Bei der  Begleitung während des Hospizdienstes ist meine Kreativität gefragt. Da werde ich wichtig. Da muss ich keine klugen  Ratschläge geben, nicht mit meinem Wissen glänzen. Einfach nur zuhören, das ist schon fast alles.  Das macht mich froh.

Wann hat man schon mal so eine Situation, dass zwei Menschen sich ein- bis zwei Stunden lang unaufgeregt, ganz gelassen auf einander einstellen dürfen? Meistens ist diese Zeit nicht düster oder bedrückend. Es gibt auch Tränen, aber wenn wir zusammen lachen, weiß ich dass ich ganz viel richtig gemacht habe. Humor setzt  ja auch das Eingestehen seiner Schwächen voraus. Unter dieser Voraussetzung kommt man schnell auf Augenhöhe. Augen können so strahlen! Das nehme ich dann mit.

Wie gehe ich mit dem Abschied um?

Meine Arbeit endet in der Regel mit dem Tod der Person, die ich begleitet habe. Der Tod berührt mich und macht mich traurig. Diese Trauer ist aber nicht die gleiche, die mich anfällt, wenn ein mir sehr naher Mensch gestorben ist. Das könnte ich ja nicht lange durchhalten, immer wieder in dieser Intensität den Schmerz des Todes zu ertragen. Meistens überwiegt dieses Gefühl: Ich blicke zurück und weiß, dass ich etwas Sinnvolles gemacht habe."

Claudia H.

seit 2017 Begleiterin beim AHD

"Sterbende zu begleiten ist für mich kein Hobby - das ist eine innere Einstellung zum Thema Sterben und Tod, die im Ehrenamt zum Ausdruck kommt.

Für mich ist es wichtig, mich ehrenamtlich zu engagieren, denn ein gutes Miteinander in der Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn wir uns für den anderen interessieren und ihn begleiten, wenn er/sie sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet.

Durch das Engagement wünsche ich mir einen natürlichen Umgang mit dem Thema, indem ich es selbst erfahre und dann an andere weitergebe.

Jeder Mensch ist anders, deshalb ist auch jede Begleitung anders. Das ist das Besondere – es tritt keine Routine ein. Besonders in dieser Lebensphase eines Menschen erfährt man viel Lebensweisheit durch ihn und durch sein Umfeld.

Ein echtes Geschenk für mich sind die Fortbildungsangebote und die Supervisions-Stunden des Hospizvereins, in denen wir BegleiterInnen uns über unsere gemachten Erfahrungen austauschen. Für mich ist das eine wertvolle Zeit voller neuer Erkenntnisse, die mir dann bestimmt auch bei der nächsten Begleitung weiterhelfen werden.

Ich lasse mich bewusst in dieser Stunde auf den Menschen ein und schaue, war er/sie braucht. Sollten Themen aufkommen, die mich beschäftigen, spreche ich darüber in der Supervisionsgruppe. Bisher konnte das dann immer geklärt werden und am Ende hatte ich das Gefühl, dass ich an dieser Herausforderung gewachsen bin."

Heike T.  - Hospizdienst Reinbek

Heike T.

seit 2018 Begleiterin beim AHD

"Wie das Eintreten in das Leben durch die Geburt, ist für mich auch der Austritt aus dem Leben durch das Sterben ein Übergang, der Begleitung erforderlich machen kann. Bei der Geburt ist eine professionelle Begleitung selbstverständlich, beim Sterben mitunter noch nicht. Ich selber kann mir vorstellen, an meinem Lebensende neben den Liebsten noch einen Menschen an meiner Seite haben zu wollen, der mich mit all meinen Ängsten, Hoffnungen und Traurigkeiten aushalten kann und mir vielleicht sogar ein Sterben in Zuversicht, Vertrauen und Frieden ermöglicht. Manchmal können das Familienangehörige oder nahestehende Menschen nicht fortdauernd leisten, da sie ihre eigene Trauer und Belastung ebenfalls bewältigen müssen. Mein Beruf der Kinderkrankenschwester sowie Krankheit und Tod in meinem nahen Umfeld haben mit zu der Auseinandersetzung mit diesem Thema und dem Entschluss beigetragen, dieses Ehrenamt auszuüben.

Rückblickend auf mein erstes ehrenamtliches Jahr kann ich sagen, dass mich immer wieder Situationen und Begebenheiten erwartet haben, die mich überraschten oder sogar verblüfften und mich dazu anhielten, mich stets für jede Begegnung so offen wie möglich zu halten. Ich weiß nie sicher, was mich bei meinem nächsten Besuch des gleichen Menschen erwartet. Es ist mir ein Anliegen, mich immer wieder von eigenen Vorstellungen und Erwartungen so frei wie möglich zu machen, bevor ich dem Betroffenen gegenübertrete – und das bei jedem Besuch! Auch wenn der Tod noch nicht so nahe scheint, kann der Abschiedsprozess schon aktiv sein - vom selbstbestimmten Leben, lieben Gewohnheiten, von dem eigenen Zuhause und von noch so vielem mehr. Das habe ich bei meiner letzten Begleitung erfahren dürfen. Dem Raum zu geben, kann später das eigentliche Sterben leichter machen.

Ich nehme nach jedem Besuch Dankbarkeit für das entgegengebrachte Vertrauen mit sowie den Impuls, mein Augenmerk immer wieder auf die Freude in meinem Leben zu legen und für viele schöne Momente in meinem Leben zu sorgen. Mein Leben überdenke ich immer wieder. Weniger zu planen und sich dem Fluss des Lebens hinzugeben ist für mich eine große und notwendige Übung. Ich werde immer wieder daran erinnert, meine Lebenszeit bewusst zu gestalten und trotzdem in den richtigen Momenten loszulassen. Eine wohl lebenslange Übung…..

Gespräche und Nähe in der eigenen Familie und bei Freunden, Supervision und Spiritualität helfen mir, Abschiede und Fremdes auszuhalten und zu verarbeiten. Und immer wieder Nachsicht mit mir zu üben und Geduld mit mir zu haben, wenn es nicht rund läuft, das ist glaube ich der wesentliche Durchhaltefaktor."

Helga V.=B. - Hospizdienst Reinbek

Helga V.=B.

seit 2001 Mitbegründerin und Begleiterin des AHD, langjährige Vorsitzende bis 2009

"Mit der Gründung des Vereins wurde ich für den Hospizdienst tätig. Aufgrund persönlicher Erfahrungen vom Alleinsein älterer und schwerkranker Menschen, entschied ich mich für diese Tätigkeit. Dabei leitet mich mein christliches Menschenbild."